Demnächst wird in Dorfen ein Jubiläum gefeiert, nämlich die 40. Bayerischen Amateurfilm-Festspiele, kurz BAF.

Da es, wegen der großen Fläche Bayerns, drei Landesfilmfestivals gibt, entstand vor 40 Jahren die Idee nach den LFFs ein gesamt bayerisches Filmfestival zu organisieren. So können einmal im Jahr die besten bayerischen Filme öffentlich präsentiert werden. Außerdem können sich dort alle bayerischen Autoren treffen und austauschen.
Die Festspiele wurden für viele Filmautoren bald zu einem echten Höhepunkt des Jahres und obwohl die Finanzierung natürlich nie leicht war, wollte bald schon niemand mehr darauf verzichten.

Die BAF ist ähnlich organisiert wie die bundesweite DAFF. Ein Auswahlgremium des Landesverbandes wählt aus den Filmen, die auf den LFFs liefen, die Filme für die BAF aus, und es ist allein schon eine Ehre für die Autoren, mit einem Film dabei zu sein. Sie werden auch einzeln vorgestellt und erhalten eine Urkunde und eine Medaille, wenn am Freitagnachmittag und am Samstag die Filme vorgeführt werden. Anschließend werden die Filme wie auf anderen Festivals auch juriert. Am Sonntag folgt dann die festliche Matinee mit der Vorführung der Siegerfilme und der Übergabe der sechs kleinen Löwen und dem Großen Bayerischen Löwen mit Rautenschild, der vom Bayerischen Ministerpräsidenten gestiftet ist.

Durch die wechselnden Austragungsorte bietet die BAF jedes Jahr etwas Neues, denn alle Ausrichter versuchen der Veranstaltung ihren eigenen Stempel aufzudrücken, etwa durch ein entsprechendes Rahmenprogramm. So konnten die Gäste schon viele musikalische Darbietungen von echter Volksmusik über Pop bis Klassik bestaunen.
Auch die Besichtigung von örtlichen Besonderheiten bei Stadtführungen oder auch mal eine kleine Schifffahrt begeisterten Gäste und Autoren. Oft bereicherten Auftritte außergewöhnlicher Vereine oder Künstler, wie beispielsweise Teilnehmer der Landshuter Hochzeit oder Mitglieder historischer Vereine die Veranstaltung.
Tradition ist es auch, dass die Autoren vom Bürgermeister eingeladen werden, häufig auch zum Weißwurstessen.
Über die Jahre gab es natürlich viele Löwengewinner. Stellvertretend seien hier drei herausgegriffen.
Der erfolgreichste aller Löwenbändiger ist Horst Orlich (ganz links im Foto), der mit seinen künstlerisch anspruchsvollen Animationen bis heute immer wieder begeistert – trotz oder gerade weil er dabei auch immer Position bezieht und oft gesellschaftliche Probleme behandelt.
Ein echtes BAF-Urgestein ist auch Albert Schettl (dritter von rechts). Er konnte zwar nicht ganz so oft einen Löwen mit nach Hause nehmen, aber er hat die BAF über die Jahre mit seinen immer interessanten Dokumentationen und viel persönlichem Einsatz geprägt und unterstützt. Dafür erhielt er vor zwei Jahren auch einen Ehrenlöwen. Ohne solch ehrenamtliches Engagement gäbe es die BAF schon lange nicht mehr.
Ein viel jüngerer Autor ist seit einigen Jahren mit seinen Spielfilmen sehr erfolgreich.  Aber auch er wollte eben nicht nur Filme machen, sondern organisiert nun auch jedes Jahr das Bundesfilmfestival Spielfilm. Sie kennen ihn alle, denn darüber hinaus übernahm er dann das vakante Amt des BDFA-Bundesvorsitzenden. Es ist Markus Siebler (vierter von rechts).

So hoffen wir, dass die BAF auch weiter als das Highlight für die Bayerischen Filmautoren erhalten bleibt.

Ilke Ackstaller

 

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